Muss Information Geld kosten

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In den Räumen der 2H Papier, Isarstraße 28 in Nürnberg, fand am 28. September die 4. Veranstaltung aus der Reihe „Besser Informiert Entscheiden“ statt. Die Gastgeber von IGEPA begrüßten gemeinsam mit den Veranstaltern von 2be und ANIGMA ein interessiertes Publikum.

BIE04 PlakatIm Spannungsfeld zwischen den scheinbar kostenfreien Informationen des Internet und den steigenden IT-Budgets lautete das Thema „Muss Information Geld kosten?“.

Nach der Begrüßung durch Herrn Peter Tauber von 2H, führte Herr Andreas Dembowsky von ANIGMA in das Thema ein. Er beschreibt anschaulich die Erwartungshaltung der Informationssuchenden. Sie wollen auf der einen Seite für Information kein Geld ausgeben, auf der anderen Seite haben Sie aber ein sehr hohes Anspruchsniveau hinsichtlich Qualität, Vertrauen und Wahrheit. Eine besondere Herausforderung dabei ist, dass die vermittelten Daten für den Empfänger von Berichten entweder bereits bekannte Fakten oder interessante Neuigkeiten sein können. Abhängig ist dies vom Wissensstand des jeweiligen Berichtsempfängers. Was für den Einen „ein alter Hut“ ist kann für den Kollegen spannend und neu sein.

Vor diesem Hintergrund ist verständlich, dass für das Bereitstellen von Informationen  Kosten entstehen, die letztlich vom Informationssuchenden oder einem Sponsor bezahlt werden müssen. Will oder kann ich kein Geld bezahlen, können durch den Einsatz von Zeit häufig viele Daten und Informationen im Internet gesucht und zusammengestellt werden. Es findet ein Austausch von Geld oder Zeit statt –  ich spare Zeit und bezahle dafür.
In unserer informationsgetriebenen Welt muss das Bezahlen von Informationen jedoch nicht zwingend durch Geld erfolgen. Immer beliebter wird es, Informationen im Gegenzug einer individuellen Wertschätzung preiszugeben. So erhalten beispielsweise Besucher der Seite www.paywithatweet.com ein eBook geschenkt, wenn sie den Betreibern der Website einen Tweet schicken oder ein Posting auf der Facebookseite vornehmen. Bezahlt wird somit nicht mehr in Form von Geld, sondern in Form von Wertschätzung.

Nach einer regen Diskussion führt Herr Tauber durch das Hochregallager. 10.000 Palettenplätze stehen zur Verfügung und ermöglichen einen Warenumschlag von über 100 Tonnen Papier pro Tag. Mit strahlenden und lachenden Gesichtern nutzen einige Teilnehmer die Chance, mit dem Regalfahrzeug in die obersten Reihen des Lagers aufzufahren und genießen den Blick aus mehr als 15 Metern Höhe.
Daneben ist in der über 7000 qm großen Lagerhalle die Bereitstellungsfläche für die unternehmenseigene LKW-Flotte sowie das vollautomatische Plattenlager mit Zuschneidvorrichtung untergebracht.

Nach der anschließenden, kurzen Pause beschreibt Herr Matthias Brinkmann von 2be Informationen und ihre Kosten aus Sicht einer Marke. Am Beispiel der Marke Squidds erläutert er den Weg, wie aus beschreibenden Attributen und den Zielen des Unternehmens ein Markenbild geformt wird und dieses dann in Form von Bildern transportiert werden kann. Da dabei, wie im Vortrag von Herrn Dembowsky bereits dargestellt, Qualität, Vertrauen und Wahrheit entscheidend sind, müssen diese Elemente des Entscheidungsprozesses insbesondere durch Gefühle und Emotionen, in die Marke überführt werden.
Gelingt dies, ist der Prozess der Markenbildung erfolgreich und der Kunde bezahlt die darin verpackte Information mit seiner Präferenz und Wertschätzung gegenüber der Marke.

Eine abschließende Podiumsdiskussion mit dem Psychologen Herrn Dr. Jäger, Herrn Schrage von den Nürnberger Nachrichten, sowie den Veranstaltern Herrn Dembowsky und Herrn Brinkmann rundet den Abend ab. Dabei geht es u. a. um die Bereitschaft für Informationen, wie diese von Zeitschriften in Form kostenpflichtiger Apps oder Newsletter bereitgestellt werden, einen Obolus zu entrichten.

Die Gruppe diskutiert, ob nicht individuellere Informationsdienstleistungen angeboten werden sollten, die auf persönlichen Vorlieben und Interessen zugeschnitten sind. Solche Dienstleistungen werden kritisch hinterfragt, da Informationen, die am Rande oder außerhalb des „üblichen“ Informationsbereiches liegen nicht mehr angeboten würden und damit ohne Beachtung blieben.

Dies liegt aber –  so der Grundtenor der Diskussion – nicht im Interesse der Teilnehmer, die ein breites und frei wählbares Informationsangebot bevorzugen.
Gegen 20 Uhr wurde die Veranstaltung beschlossen. Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals beim Gastgeber und Herrn Peter Tauber für die Gelegenheit, diese gelungene Veranstaltung in den Räumen von 2H Papier durchführen zu dürfen und werden Ihnen schon bald den Termin und das Thema der nächsten Veranstaltung mitteilen können.

Das positive Feedback ermutigt uns die Veranstaltungsreihe fortzusetzen. Weitere brisante Themen aus Informationsmanagement, Business Intelligence und dem wirkungsvollen Einsatz von Daten und Informationen sind geplant.

Haben Sie die Veranstaltung verpasst oder waren verhindert? Schreiben Sie uns eine kurze Mail an info@anigma.de.  Wir laden Sie gerne zur nächsten Veranstaltung ein.