Aufmerksamkeit als limitierender Faktor im Umgang mit Informationen“

(BIE02)

BIE02 PlakatBesser informiert entscheiden“ ist die Veranstaltungsreihe von ANIGMA. Am Nachmittag des 27.04.2010 wurde die noch junge Reihe in den Räumen von ANIGMA fortgesetzt. Thema der  Veranstaltung war „ Aufmerksamkeit als limitierende Faktor im Umgang mit Informationen“ bei der Informationsversorgung gewidmet.

In angenehmer Atmosphäre wurden spannende Beiträge geboten; die Teilnehmer konnten jederzeit Fragen einbringen und ausführlich diskusstieren. Die Veranstaltung bot wie gewohnt Raum für den direkten Kontakt und für interessante Gespräche mit Menschen aus anderen Branchen und Bereichen. So entstand schnell eine konstruktive und anregende  Atmosphäre.

Vortrag zum Download

 

 

Begrüßung

Nach der Begrüßung von Herrn Brinkmann und Herrn Dembowsky ging es im einleitenden Vortrag um das Thema „Kann man bei der heutigen Informationsflut die wichtigen Informationen für Entscheidungen noch filtern?“.  Die Informationen  durch Internet, soziale Netzwerke etc. droht zu überwältigen. Wie kann man noch erfolgreich selektieren was wichtig ist? Ist es noch möglich, sich auf die eigentliche Sache zu konzentrieren, wenn permanent neue,  Eindrücke und Informationen die Aufmerksamkeit  auf sich zu ziehen versuchen?
War früher die permanente Erreichbarkeit ein Zeichen von Wichtigkeit, sorgt sie heute eher für Bedauern und Mitleid. Wie in einem Wettrennen werden Entscheider heute mit Signalen überflutet, deren Bedeutung und Wichtigkeit nicht zu bewerten und einzuschätzen ist. Signale, die dazu gedacht sind uns auf etwas Besonderes aufmerksam zu machen, verpuffen wirkungslos oder sind gar kontraproduktiv. Häufig haben wir gar nicht mehr genug Zeit allen Signalen nach zugehen. Unsere Fähigkeit zur Aufmerksamkeit ist biologisch begrenzt. Das Gefühl etwas zu verpassen verstärkt sich und wird zur Teufelsspirale, wenn immer mehr Informationen zur Desinformation führen anstatt zu mehr Wissen.
Wenn der Trend zu Informationen in Echtzeit aus Twitter, Facebook, Google und all den anderen Netzwerken und Systemen exponentiell weiterwächst, wird die Vielfalt an Signalen und angeblichen Informationen – die meist nichts weiter sind als das Melden von Trivialitäten – zum ernst zu nehmenden Problem. Der Wettstreit um die Aufmerksamkeit wird also zum zentralen Erfolgsfaktor unserer modernen Informationsgesellschaft.
Podiumsdiskussion
Die Bedeutung der sozialen Netzwerke wurde in der nachfolgenden Podiumsdiskussion vertieft. Die Teilnehmer Hr. Fischer  von Audi und Hr. Beyer von Gauff Engineering tauschten mit Hr. Brinkmann und Hr. Dembowsky Erfahrungen über den „Einfluss von Social Media auf die Kommunikation im Unternehmen heute“ aus.
Das Thema Social Media ist nicht neu. War es früher der Stammtisch, hat sich heute das Internet zu einer Plattform entwickelt, auf der man sich, unabhängig von Ort und Zeit, treffen und miteinander kommunizieren kann. Soziale Netze bieten die Möglichkeit, Meinungen und Inhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen und Feedback einzuholen. Bleibt die Frage, wie eine im Internet verbreitete Botschaft angesichts der unüberschaubaren Flut an Informationen überhaupt noch ihre Adressaten erreichen kann. Hier agieren soziale Netzwerke als „Gatekeeper“, über die Informationen von der Masse gefiltert und gezielt gestreut werden.
Weitgehende Einigkeit herrschte darüber, dass Facebook wohl nie eine ähnlich beherrschende Rolle wie Google spielen wird. Aber der enorme Einfluss, den Google heute hat, war vor einigen Jahren auch noch nicht absehbar. In Facebook werden dem User Informationen zugetragen, bei Google sucht er selbst gezielt danach.
Vorträge
Im anschließenden Vortrag präsentierte Herr Ulrich Bauer als Vertreter der Quelle. i.L. Konzepte und Ideen, wie das Controlling die Aufmerksamkeit des Managements auf wesentliche Punkte und Aussagen steuert. Zum Thema Steuern von Aufmerksamkeit präsentierte Herr Bauer Ansätze zur Normierung und Gestaltung von Berichten als eine häufig gewählte Methode, die Einführung neuer Systeme als eine andere. Entscheidend ist jedoch die Information gezielt auf die Zielsetzung des Managements zu fokussieren. Dazu gehört Vertrauen in die Fähigkeit  und in das Know-how der Mitarbeiter, ein zielorientiertes Handeln sowie die Bereitschaft zuzuhören. Wenn der Berichtsempfänger nur das hört und sieht, was er hören und sehen will, können auch die besten Werkzeuge wenig unterstützen. Information und Wissen ist der einzige Rohstoff, der bei Verwendung nicht abnimmt, sondern einen steigenden Nutzen erzeugt. In diesem Bewusstsein müssen Informationen nicht nur weitergetragen sondern auch intensiv und wiederholt genutzt werden. Voraussetzung dafür ist ein effizientes, effektives Informationsmanagement und geeignete Informationsprozesse.
Den Schlusspunkt einer gelungenen Veranstaltung setzte Herr Jochen Schneider von Bizerba, der die Anforderungen einer Vertriebsorganisation an Informationen und Prozesse präsentierte.  Das Thema lautete „Wie gebe ich Aufmerksamkeit – wie kommen Informationen bei Kunden und Mitarbeitern an?“.
Sorgte die Aussage: „Das beste Informationssystem ist die Kaffeemaschine“  zu Beginn für schmunzelnde Gesichter,  stellte Herr Schneider überzeugend dar, dass durch die gezielte Standortauswahl (in seinem Büro) dem Faktor Kommunikation ein wesentlicher Raum zukommt. Dieser  leistet mitunter mehr, als Computersysteme jemals in der Lage sein werden.  Das Zuhören, das zwischen- den- Zeilen- Lesen  ist wesentlicher  Bestandteil des persönlichen Informationssystems. Natürlich werden auch „standardisierte Informationen“ beispielsweise über Absatz und Umsatz etc. benötigt. Jedoch können Potenziale und Entwicklungen  nur bedingt aus Kennzahlen abgeleitet werden. Hier ist die Aufmerksamkeit  beispielsweise im persönlichen Gespräch durch nichts zu ersetzen.
Während des abschließenden Imbisses ergaben sich lebhafte Diskussionen. Viele neue Facetten wurden bis in den späten Abend gemeinsam mit den Gastgebern und den Referenten diskutiert. Mit einem abschließenden Match am Tischkicker und dem Wunsch, die Veranstaltungsreihe möglichst bald fortzuführen, klang der Abend aus. Nach durchweg positivem Feedback wird die Veranstaltungsreihe zeitnah fortgesetzt.